8. Mai 2026

Mobile Altersarbeit

Wie können wir sicherstellen, dass Seniorinnen und Senioren so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können? Die Paul Schiller Stiftung hat hierzu eine Studie veröffentlicht, die das Arbeitsfeld der Mobilen Altersarbeit systematisch beleuchtet.

Ein Paradigmenwechsel: von der Hol- zur Bringschuld

Im Gegensatz zu klassischen Beratungsansatz, die eine „Holschuld“ der Betroffenen voraussetzen, basiert die Mobile Altersarbeit auf einem „Bring-Prinzip“. Fachpersonen gehen aktiv auf ältere Menschen zu, dort wo sie sich im Alltag aufhalten.

Die Arbeit stützt sich dabei auf drei zentrale Handlungsansätze:

  • Sozialraumorientierung: Die Fachkräfte analysieren den Lebensraum (Quartier, Dorf) und die sozialen Beziehungen der Menschen vor Ort.
  • Aufsuchende Orientierung: Fachpersonen suchen gezielt Orte wie Parks, Einkaufsorte oder Veranstaltungen auf, um niederschwellig in Kontakt zu kommen.
  • Soziokulturelle Orientierung: Es werden Begegnungsorte (z. B. Cafés) im Quartier geschaffen, um die nachbarschaftliche Vernetzung und die soziale Teilhabe zu stärken.

Warum dieser Ansatz so wichtig ist

Viele ältere Menschen erreichen bestehende Unterstützungsangebote erst dann, wenn eine Krise eintritt oder die Belastung zu gross wird. Mobile Altersarbeit fungiert hier als präventives Instrument. Sie baut durch kontinuierliche Präsenz Vertrauen auf und informiert vor Ort, damit die Menschen möglichst lange selbstbestimmt Entscheidungen treffen können. 

Besonders wertvoll ist die Arbeit für sogenannte vulnerable Gruppen – also Menschen, die isoliert leben, gesundheitlich eingeschränkt sind oder sich durch institutionelle Strukturen nicht angesprochen fühlen.

Erfolgsfaktoren für die Umsetzung

Damit mobile Altersarbeit gelingt, braucht es laut der Publikation klare Rahmenbedingungen:

  1. Fachlichkeit: Der Einsatz von qualifizierten Fachpersonen ist entscheidend.
  2. Kontinuität: Vertrauen wächst langsam. Es braucht Zeit und gleichbleibende Ansprechpersonen.
  3. Sichtbarkeit: Auffällige Mittel wie Lastenvelos machen das Angebot im öffentlichen Raum bekannt.
  4. Politische Verankerung: Die Autoren fordern, mobile Altersarbeit als Teil des Service Public zu begreifen, da sie langfristig kostspielige Heimeintritte verzögern kann.